• ALL AUSTRIAN METAL NIGHT

    Verein zur Förderung Österreichischer Metalbands

AAMN #17.


Die bereits 17. (!) Auflage der All Austrian Metal Night im „Replugged“ hinterlässt wahrscheinlich bei allen, die daran teilgenommen haben, gemischte Gefühle. Musikalisch wieder ein voller Erfolg, konnte sie besuchermäßig leider nicht an die vorangegangenen Veranstaltungen anknüpfen.
Es ist für mich vollkommen unverständlich, dass sich an einem Samstagabend lediglich 43 (WTF?!) zahlende Besucher zu einer Veranstaltung einfinden, die zur Speerspitze der Förderer der österreichischen Metal-Underground-Szene gehört. An der wie immer großartigen Organisation des Abends und den aufspielenden Bands kann's jedenfalls nicht gelegen sein, denn die waren über jeden Zweifel erhaben.
HEAST WIEN, WOS IS MIT DIR?
Die Veranstalter zeigten sich auch dementsprechend enttäuscht, Obmann Andy Fenz erklärte aber kämpferisch, dass sein Verein mit Sicherheit weitermachen wird und es wäre tatsächlich ein herber Verlust für die österreichische Metal-Szene, diese Institution zu verlieren.

Aber jetzt zum Musikalischen:
Den Abend eröffneten NOISE TRANSMISSION, eine (dzt.?) fünfköpfige Industrial Rock/Metal Band (oder ist es doch ein „offenes“ Projekt, wie es „Vordenker“ Karl Steinpatz einmal erklärte?) aus Graz.
Die Band – bleiben wir dabei – zeigt sich verschiedensten Einflüssen offen und paart in ihren Songs, der erklärten Stilrichtung entsprechend, Elektronisches, Samples und „angeblich“ auch Trip-Hop (lass' ich unkommentiert, bei dem Thema steig' ich aus Gründen der Unkenntnis aus) mit harten, oft noisigen Gitarren und im Gesang mit Growls/Screams, aber auch sehr melodiösen zweistimmigen Chören/Refrains, die für mich persönlich das Highlight ihrer Darbietung darstellten (große Entschuldigung an die Band, wenn ich's zu trivial beschrieben haben sollte).
Eine Überraschung, zumindest für alle, die die Band vorher noch nicht kannten (also auch mich – Asche auf mein Haupt) gab's mit dem Dieter Bohlen/Modern Talking–Cover „You're My Heart, You're My Soul“ - kann man so machen. Interessante und starke Vorstellung!

Nachdem die Thrasher von BLACKENING leider kurzfristig ausgefallen waren, betraten danach auch schon APIS aus Leoben die Bühne.
Die Jungs haben sich dem eher traditionellen Metal/Hard Rock verschrieben und brachten dies sehr glaubwürdig, überzeugend und vor allem kraftvoll auf die Bretter. Leadsänger Andreas „Andi“ Krammer ist ein Entertainer vor dem Herrn und hatte mit seinen Ankündigungen und Kommentaren zwischen den Songs („Wir sind APIS aus Leoben! No immer?“ - Herrlich!) das Publikum sofort auf seine Seite. Und Gitarrist Günter „Gynny“ Neuhold hat mich gleich zu Beginn ob seiner – zumindest beim ersten Blick auf die Bühne – Ähnlichkeit mit Wolf Hoffmann von Accept geflasht. Mit Mark Heiss (Gitarre), Roland „Ross“ Kohlhuber (Schlagzeug) und Hannes „Hansl“ Aigner konnte man eine perfekt aufeinander eingespielte Band erleben, die einen superben Auftritt lieferte.
Auch die tolle Aktion der Band, 25 Stück ihrer Debüt-CD „The Never Born“ (der Titelsong war auch zugleich mein persönliches Highlight ihrer Vorstellung) gratis ans Volk zu verteilen, soll nicht unerwähnt bleiben.

Und jetzt … was soll ich zu BLACKTRAIN schreiben?
Ich geb' zu, dass ich ein wenig voreingenommen bin, weil ich das eine oder andere Bandmitglied persönlich kenne, aber der Heavy/Hard Rock der Band hat mich schon von Anfang an überzeugt und fasziniert und ihr erstes (und bisher leider einziges) Album „One“ findet sich immer wieder in meiner persönlichen „Heavy Rotation“.
Nach ihren letzten starken Live-Auftritten bin ich also davon ausgegangen, dass die Band mich auch diesmal nicht enttäuschen wird und … ACHTUNG: sie sind an diesem Abend nicht nur ihrem Headliner-Status gerecht geworden, sondern haben auch gezeigt, dass sie durchaus zu Höherem berufen wären.
Dem Ausfall ihres Stamm-Schlagzeugers Maurits zum Trotz zeigten BLACKTRAIN an diesem Abend eine Spielfreude, die fast schon ihresgleichen sucht. Sängerin Alienne ist nicht nur ein Springinkerl, sondern hat auch eine unfassbare, elegante und verführerische Bühnenpräsenz und eine ebensolche Stimme, die bei diesem Gig auch noch von ihrer Sonnenschein-Laune (inklusive „Flugeinlage auf starken Armen durch's Replugged“ - © Alienne auf FB) abgerundet wurde. Gitarrist Tommy hat sich musikalisch extrem weiterentwickelt und würde, nicht zuletzt auch wegen seines Habitus, auf jeder Bühne und in jedem Setting eine fantastische Figur abgeben. Robert (Gitarre), der (ebenso wie Maurits) mit Tommy auch schon bei LOS DEEPEST gelärmt hat, ist auch so ein Sonnenschein.
Musikalisch ebenfalls über jeden Zweifel erhaben, hatte er während des gesamten Gigs einen Dauergrinser im Gesicht und man merkte ihm zu jeder Zeit die Freud' am Spielen an. Roland Verant am Bass bildete mit seinem etwas düsteren Auftreten dazu einen tollen Konterpart. Muss ich noch erwähnen, dass auch er musikalisch über jeden Zweifel erhaben ist? Nein? Perfekt! Toller Typ!
Ausdrücklich verneigen möchte ich mich hier vor dem unglaublichen Christoph „Mad“ Ullmann (Schlagzeuger von ALKBOTTLE, wer sie kennt ;-)), der ganz kurzfristig für den Maurits eingesprungen ist, sich das Set, wie zu vernehmen war, in nicht einmal einem Tag draufgespielt und einen Wahnsinns-Gig abgeliefert hat.
BLACKTRAIN live – Volltreffer!

Abschließend auch noch ein Kompliment an „Ian Oblivion“, der jeder Band perfekten Sound und passendes Licht gespendet hat und an alle drei Bands, die trotz des „mäßigen“ Zuschauerzuspruchs tatsächlich ihr Bestes gegeben haben.

Ihr seht also, liebe Leser, es zahlt sich aus, die „All Austrian Metal Night“ zu besuchen:
NÄCHSTER TERMIN AM 26.05.2018 IM REPLUGGED VIENNA – BE THERE!

© Grandfather Chris

Location.

Replugged Wien

Datum.

10.02.2018

Bands.

BLACKTRAIN, APIS, NOISE TRANSMISSION